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Kaffee zur Krankheitsprophylaxe?

Kaffee zur Krankheitsprophylaxe: Was sagt die Wissenschaft?

Kaffee wird längst nicht mehr nur als Wachmacher betrachtet. Eine wachsende Zahl großer Studien untersucht, ob regelmäßiger Kaffeekonsum das Risiko für bestimmte chronische Krankheiten senken kann – von Diabetes über Lebererkrankungen bis hin zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson. Ein Überblick über die aktuelle Studienlage.

Typ-2-Diabetes: ein dosisabhängiger Effekt

Zu den am besten belegten Zusammenhängen gehört der zwischen Kaffeekonsum und dem Risiko für Typ-2-Diabetes. Mehrere große Kohortenstudien zeigen einen dosisabhängigen Effekt: Pro zusätzlicher Tasse Kaffee am Tag sinkt das Diabetesrisiko um schätzungsweise 6 bis 9 %. Menschen, die drei bis vier Tassen täglich trinken, haben im Vergleich zu Menschen mit sehr geringem oder keinem Kaffeekonsum ein etwa 25 % niedrigeres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Verantwortlich gemacht wird dafür unter anderem Chlorogensäure, ein Pflanzenstoff im Kaffee, der den Zucker- und Fettstoffwechsel beeinflusst – der Effekt zeigt sich übrigens sowohl bei koffeinhaltigem als auch bei entkoffeiniertem Kaffee.

Leber: einer der am besten belegten Effekte

Auch für die Lebergesundheit gehört Kaffee zu den am gründlichsten untersuchten Lebensmitteln. Eine große Meta-Analyse mit Daten von mehr als 500.000 Menschen zeigt: Regelmäßige Kaffeetrinker haben niedrigere Raten an Leberzirrhose, nichtalkoholischer Fettlebererkrankung und Leberzellkrebs. Schon moderate Mengen scheinen einen messbaren Effekt zu haben, wobei sich – wie bei den meisten Kaffee-Studien – bei etwa drei bis vier Tassen am Tag der stärkste Nutzen zeigt.

Parkinson und neurodegenerative Erkrankungen

Besonders interessant sind die Ergebnisse zu neurodegenerativen Erkrankungen. Eine Meta-Analyse von neun prospektiven Kohortenstudien fand eine deutliche Risikoreduktion für Parkinson bei höherem Koffeinkonsum – um 39 % bei Männern und 29 % bei Frauen. Als möglicher Schutzmechanismus werden unter anderem Phenylindane diskutiert, Verbindungen, die beim Rösten der Kaffeebohnen entstehen und entzündungshemmend wirken sollen. Auch für Demenz und Alzheimer deuten mehrere Studien auf einen möglichen protektiven Effekt bei regelmäßigem, moderatem Konsum hin – auch wenn hier weitere Forschung nötig ist, um die Zusammenhänge vollständig zu verstehen.

Das große Bild: eine Übersichtsstudie mit rund 200 Einzelstudien

Eine oft zitierte britische Übersichtsarbeit, die knapp 200 Studien zu Kaffee und Gesundheit ausgewertet hat, kommt zu einem klaren Muster: Menschen, die drei bis vier Tassen Kaffee am Tag trinken, haben ein geringeres Risiko für zahlreiche chronische Erkrankungen – von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen bis zu bestimmten Krebsarten – verglichen mit Menschen, die keinen Kaffee trinken. Wichtig ist dabei: Es handelt sich um Beobachtungsdaten, die einen Zusammenhang, aber keinen direkten Kausalbeweis liefern. Und wie bei jedem Genussmittel gilt: Menge, individuelle Verträglichkeit und der allgemeine Lebensstil spielen eine entscheidende Rolle.

Fazit

Die aktuelle Studienlage zeichnet ein überraschend positives Bild: Moderater Kaffeekonsum – meist im Bereich von drei bis vier Tassen täglich – wird immer wieder mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, bestimmte Lebererkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson in Verbindung gebracht. Kaffee ersetzt damit natürlich keine ärztliche Vorsorge oder einen gesunden Lebensstil, kann aber – mit Genuss und in Maßen getrunken – Teil eines Alltags sein, der der eigenen Gesundheit zuträglich ist.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung.

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